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Titel Wirtschaft
02.12.2016

Hohes Engagement für Ausbildung und "Karriere daheim"

Landrat Reinhard Frank hat kürzlich im Rathaussaal in Tauberbischofsheim den Zukunftspreis des Main-Tauber-Kreises an drei Unternehmen verliehen. Das Thema des Wettbewerbs war in diesem Jahr „Ausbildung – Karriere daheim“. Den ersten Platz erreichte der Kurtz-Ersa-Konzern mit Hauptsitz in Kreuzwertheim, den zweiten das Stadtwerk Tauberfranken aus Bad Mergentheim und den dritten die Firma Bass aus Niederstetten.

Die Preisträger des Zukunftspreises 2016

Landrat Frank eröffnete die Veranstaltung. Er erläuterte, dass die elfköpfige und hochkarätig besetzte Jury aus 25 Bewerbungen quer durch viele Branchen sowie von kleineren und größeren Unternehmen auszuwählen hatte. Dabei habe man sich die Entscheidung schwer gemacht. Das aktuelle Wettbewerbsthema „Ausbildung – Karriere daheim“ ist auch ein Schwerpunktthema der Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises. Den jungen Menschen aus der Region soll damit deutlich gemacht werden, dass im Main-Tauber-Kreis tolle berufliche Karrieren möglich sind. Die heimischen Unternehmen werden dazu ermuntert, sich weiterhin für Ausbildung und Fachkräftesicherung zu engagieren sowie sich zum Standort zu bekennen. Die Zukunftsaussichten im Main-Tauber-Kreis seien sehr gut, sagte Landrat Frank. Dennoch müsse man sich im Ländlichen Raum weiter stark engagieren, um im Wettbewerb der Regionen zu bestehen.

Erster Preis: Kurtz-Ersa-Konzern

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Tauberfranken, Peter Vogel, hielt die Laudatio auf den Hauptpreisträger, den Kurtz-Ersa-Konzern. Das Hightech- und Zuliefer-Unternehmen hat auch Standorte in Wertheim und überzeugte die Jury unter anderem mit dem eigenen Qualifizierungs- und Fortbildungszentrum, der Hammer Academy. Der Konzern bildet in mehr als 20 unterschiedlichen Berufen aus und stellt eine Reihe an dualen Studiengängen zur Verfügung. Durch das Programm „Attraktiver Arbeitgeber“ wird die Work-Life-Balance aktiv gefördert. Dabei steht das Thema Gesundheit an oberster Stelle, beispielsweise durch Gesundheitskurse und -checks. Weitere Stichworte sind ein Personalentwicklungs- sowie ein Talent- und Nachfolgekonzept, die Möglichkeit für Auslandsaufenthalte schon während der Ausbildung oder der kostenlose Besuch von Meister- und Technikerlehrgängen. Der Konzern erhielt einen Geldpreis in Höhe von 3000 Euro sowie eine Glasskulptur. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Kurtz betonte den Wert des Zukunftspreises für alle Teilnehmer: „Man sieht, was andere für die Ausbildung tun und was man selbst noch besser machen kann.“ 

Zweiter Preis: Stadtwerk Tauberfranken

Das Stadtwerk Tauberfranken als zweitplatziertes Unternehmen wurde durch den Bürgermeister der Gemeinde Ahorn, Elmar Haas, geehrt. Der Energieversorger setzt zur Anwerbung von Auszubildenden auf vertrauensbildende Maßnahmen wie Praktika und integriert gezielt auch Umschüler und Studienabbrecher. Hauptschüler werden für technische Berufe angesprochen, Mädchen für vermeintliche „Männerberufe“. Das Unternehmen legt bei der Ausbildung Wert auf perfekte Betreuung und individuelle Förderung. Das Engagement für die Region kommt beispielsweise in Sponsoring-Aktivitäten oder in der gemeinsamen Entwicklung eines neuen Studiengangs mit der Dualen Hochschule in Bad Mergentheim zum Ausdruck. „Wir wollen als regionales Unternehmen Verantwortung übernehmen“, sagte Geschäftsführer Paul Gehrig. 

Dritter Preis: Firma Bass Niederstetten

Dreimal wurde der Zukunftspreis bisher verliehen, jedes Mal gehörte die Firma Bass aus Niederstetten zu den Preisträgern. Nachdem das Unternehmen 2012 für seine Familienfreundlichkeit und 2014 in Sachen „Willkommenskultur“ ausgezeichnet wurde, war man nun auch beim Thema „Ausbildung – Karriere daheim“ erfolgreich. Darin kommt die ganzheitliche Unternehmensführung zum Ausdruck, die den Mensch in den Mittelpunkt rückt, erklärte Dietmar Niedziella, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Berufsbildung bei der IHK Heilbronn-Franken. Das Unternehmen verfügt über eine Ausbildungsquote von 16 Prozent. Mit Lerngruppen, der Bereitstellung von Lernmaterial und ausbildungsbegleitenden Hilfen über das Kolping-Bildungswerk wird für eine intensive Betreuung und Prüfungsvorbereitung gesorgt. Auch die Möglichkeit zu Auslandsaufenthalten in der Ausbildung, die Honorierung besonders guter Leistungen oder die Stärkung des Teamgedankens durch gemeinsame Ausflüge wurden als Pluspunkte vermerkt. Der zweite und der dritte Preis waren jeweils mit 1000 Euro und einer Glasskulptur dotiert. Die „Menschlichkeit im Unternehmen zu leben“ sei ihr großes Anliegen, sagte Geschäftsführerin Dr. Stefanie Leenen. 

Professor Dr. Seon-Su Kim: Von den Besten lernen

Prof. Dr. Seon-Su Kim, Prorektor und Leiter des Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach, analysierte die Ergebnisse des Wettbewerbs unter der Überschrift „Von den Besten lernen“. Demnach zeichnen die Wettbewerbsteilnehmer sich generell durch kontinuierliche Angebote in der Berufsausbildung aus. Viele von ihnen verstehen sich auch als „Potenzialsucher und Chancenseher“. Daher geben sie beispielsweise Rückkehrern in den Beruf eine zweite Chance. Ebenso werde die Ausbildung nicht nur als monetäre Investition, sondern als verantwortungsvolle Aufgabe verstanden. Dies komme zum Beispiel in regelmäßigen Feedbackgesprächen zum Ausdruck. 

Nachhaltige Bildung zeige sich beispielsweise bei der Einbindung von Auszubildenden und Studierenden in Entwicklung und Innovation. Indem die Wettbewerbsteilnehmer berufliche Perspektiven und ständige Weiterbildung ermöglichten, sorgten sie auch für eine starke Bindung an ihre Unternehmen. Auch regionales Engagement wie zum Beispiel Sponsoring sei ein wertvoller Beitrag der Wettbewerbsteilnehmer, um ihre Marken zu stärken und Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, nannte Prof. Dr. Kim eine weitere Erkenntnis aus der Analyse des Wettbewerbs. 

Dr. Gunther Wobser: Vorteile der Region herausstellen

In einem Festvortrag sprach Dr. Gunther Wobser, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Lauda Dr. R. Wobser, über die duale Ausbildung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Einerseits habe sich die Geburtenrate auch im Main-Tauber-Kreis positiv entwickelt und sei nun so hoch wie im gesamten Land. Andererseits zögen viele junge Menschen weg in städtische Regionen. Vor diesem Hintergrund müsse man mehr Flüchtlinge und andere Menschen mit ausländischen Wurzeln in Arbeit und Ausbildung bringen. „Die Russlanddeutschen, deren Integration zunächst schwierig erschien, haben sich zu einem Rückgrat des Landes entwickelt. Warum sollte dies nicht auch mit Syrern gelingen?“, fragte Dr. Wobser. Gleichwohl zweifelte er nicht an, dass die Integration von Flüchtlingen eine Herkulesaufgabe sei.

Zum anderen forderte der Unternehmer, die Vorteile der Region klar herauszustellen. So könnten junge Menschen zur Rückkehr bewegt werden. Im Main-Tauber-Kreis seien gute Karrieren bei moderaten Arbeitszeiten möglich. Tauberfranken biete Hightech-Unternehmen und tolle Lebensqualität zugleich und sei dabei von den großen Metropolregionen mit ihren gut erreichbaren Angeboten umgeben. 

Attraktives Rahmenprogramm: Musik & Breakdance

Professionell moderiert wurde die Veranstaltung von Jochen Wobser, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk in Würzburg. Für ein attraktives Rahmenprogramm sorgten die jungen Musiker Johannes und Paul Günther aus Großrinderfeld mit ihrer mitreißenden Interpretation aktueller Popsongs sowie das Breakdance-Duo „Hot Potatoes“ alias Weltmeister Markus Heldt mit Bühnenpartner Dominik Blenk aus Wertheim und Würzburg. Die Preisgelder stellte die Sparkasse Tauberfranken.

Foto-Galerie

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Die Preisverleihung fand im Rathaussaal in Tauberbischofsheim statt.
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Landrat Reinhard Frank bei der Eröffnung der Preisverleihung
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Moderator Jochen Wobser vom BR

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Dr. Gunther Wobser bei seinem Festvortrag
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Prof. Dr. Seon-Su Kim: "Von den Besten lernen"
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Die musikalische Umrahmung übernahm das Duo Günther & Günther.

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Laudatio für den 3. Preis: Dietmar Niedziella
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3. Platz: Bass GmbH & Co. KG in Niederstetten
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Laudatio für den 2. Preis: Bürgermeister Elmar Haas

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2. Preis: Stadtwerk Tauberfranken in Bad Mergentheim
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Laudation für den 1. Preis: Peter Vogel
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1. Preis: Kurtz-Ersa-Konzern aus Wertheim

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Die Preisträger des Zukunftspreises Main-Tauber-Kreis 2016
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Die Hot Potaetoes mit Breakdance in Perfektion




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