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Aktuelles Amt für Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus


13.02.2017

Aktionskreis "Pro Mittelstand" traf sich

Ein Treffen des Aktionskreises „Pro Mittelstand“ des Landesverbandes der Baden-Württembergischen Industrie fand kürzlich im Unternehmen Rauch in Freudenberg am Main statt. Dabei wurden Themen wie Energieversorgung, Breitband, Verkehrsinfrastruktur und Fachkräftegewinnung erörtert. An diesem Treffen nahmen aus dem Landtag von Baden-Württemberg der Fraktionsvorsitzende der Landes-CDU, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, sowie von der FDP-Landtagsfraktion Dr. Hans-Ulrich Rülke teil. Empfangen wurden die Vertreter durch den Vorsitzenden des Landesverbandes, Robert Schöttle, sowie durch Unternehmer Michael Stiehl.

Treffen der Aktion "Pro Mittelstand" im Unternehmen Rauch in Freudenberg

Geschäftsführender Gesellschafter Michael Stiehl stellte das weltweit agierende Unternehmen vor. Rauch ist Produzent für den Möbelfachhandel, den Möbelversandhandel, den Mitnahmemarkt und auch für den inzwischen stark wachsenden Internethandel. Der Spezialist für Schlaf-, Jugend- und Studiozimmer ist im Mitnahmehandel Weltmarktführer. Das Unternehmen ist stark exportorientiert, und so erklärte Michael Stiehl, dass rund 35 Prozent der Rauch-Produkte ins Ausland gehen. „Mit Sorge blicken wir wegen des Brexit nach Großbritannien, denn dort ist einer unserer stärksten Auslandsmärkte“.

Die Teilnehmer wurden informiert, dass Rauch an den Standorten Freudenberg, Markt Bibart, Bürgstadt und Masterhausen in Nähe des Flughafens Hahn produziert und die Erzeugnisse auf deutsche sowie internationale Märkte bringt. Herausforderungen für das Unternehmen sind die Verkehrsinfrastruktur, die Netzinfrastruktur aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung, die wachsende Bürokratie, die Fragen der Energiekonzepte bis hin zur ökologisch sinnvollen Mehrfachnutzung von Holz sowie aufgrund der Grenzlage zu Bayern die überregionale Zusammenarbeit.

Diese Themen wurden im Rahmen des Treffens erörtert. Breiten Raum nahm die Breitbanderschließung des Main-Tauber-Kreises und der Stadt Freudenberg ein. Die Vertreter aus dem Landtag, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Dr. Hans-Ulrich Rülke, erklärten, dass das Land sowohl das Wirtschaftlichkeitslücken- als auch das Betreibermodell unterstützt. Diese beiden Modelle stehen beim Breitbandausbau grundsätzlich zur Verfügung.

Für den Main-Tauber-Kreis spielt vor allem auch der zeitliche Faktor eine ganz entscheidende Rolle, ergänzte Wirtschaftsdezernent Jochen Müssig vom Landratsamt. Auch in den Dörfern werde die Breitbandinfrastruktur benötigt, sonst werde der Landkreis in den nächsten Jahren zu den Verlierern zählen. Dies wurde von Prof. Dr. Reinhart bestätigt: „In Zeiten der negativen demografischen Entwicklung und des Trends, dass junge Menschen in urbane Regionen ziehen, ist es wichtig, die Infrastruktur in kürzester Zeit den heutigen Anforderungen anzupassen.“

Es bestand deshalb Konsens, jetzt über das Wirtschaftlichkeitslückenmodell eine flächendeckende Mindestbreitbandversorgung des Main-Tauber-Kreises bis Ende 2018 zu schaffen. Alle waren sich aber auch darin einig, dass dies der erste Schritt ist und die Glasfaserinfrastruktur weiter vorangebracht werden muss. So wurde auch von Unternehmerseite mit Freude zur Kenntnis genommen, dass im geförderten Breitbandausbaugebiet des Landkreises Gewerbegebiete und weiterführende Schulen unmittelbar mit Glas erschlossen werden.

Die Erfordernis, große Datenvolumen zu transportieren, belegte Michael Stiehl auch bei einem kurzen Rundgang durch die Hausmesse. Dort demonstrierte er, wie die Kunden künftig bei den Möbelfachhändlern ihre Zimmerausstattung oder ihren Schrank ganz individuell am PC gestalten und diese Bestellung sofort dem Unternehmen Rauch zuleiten können. „Hier benötigen wir Datenvolumen, das an die Gigabyte-Grenze heranreichen muss“, sagte Stiehl.

Diskutiert wurden auch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Energieversorgung und die Gewinnung von Facharbeitskräften. Hierbei informierte das Unternehmen Rauch, dass die steigenden Umlagen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und damit die Verteuerung der Energie durchaus die Produktion des Hauses tangieren. Als wesentlich gravierender sieht man aber Schwankungen in der Energieversorgung, die aufgrund des modernen Technologieeinsatzes öfter zu Beeinträchtigungen in der Produktion führen. Hier wurde der Appell an die Politik gerichtet, auf Energiesicherungskonzepte hinzuwirken.

Zum Ausbau der Landesstraße 2310 appellierte Bürgermeister Roger Henning an die Repräsentanten des Landes, das Ausbauvorhaben zwischen Freudenberg und Freudenberg-Boxtal nachhaltig zu unterstützen. „Hier waren wir im vergangenen Jahr schon weiter und empfangen jetzt leider aus Stuttgart erneut zurückhaltende Signale“, sagte der Freudenberger Bürgermeister.

In einem weiteren Statement wurde die wachsende Bürokratie kritisiert. Michael Stiehl und der Vorsitzende des Arbeitskreises Robert Schöttle erklärten, dass innerhalb von Unternehmen häufiger Sonntagsarbeit anfällt. Hier fordere man mehr Freizügigkeit und weniger Abfrageformalismus. Angesprochen wurden auch die wachsenden Dokumentationspflichten oder die überbordenden Vorschriften in der Unfallverhütung oder im Arbeitsschutz. Prüfungen über Prüfungen, selbst von kleinsten Elektrogeräten, stünden heute auf der Tagesordnung. „Manches ist realitätsfern und einfach nicht mehr zu leisten“, erklärte Schöttle. Es sei deshalb an der Zeit, geschaffene Gesetze hinsichtlich ihrer Wirkung erneut zu überprüfen und gegebenenfalls außer Kraft zu setzen.

Zum Abschluss des Gespräches wurde die überregionale Zusammenarbeit thematisiert. Erneut war es Unternehmer Michael Stiehl, der auf Grund seines Firmensitzes die weiten Wege nach Stuttgart oder Heilbronn ansprach. „Es muss möglich sein, IHK-Themen auch im benachbarten Aschaffenburg abhandeln zu können“. Hier waren sich die Vertreter aus dem kommunalen Bereich und aus dem Landtag darin einig, möglichst an praktikablen Lösungen vor Ort zu arbeiten. „Dies ist in den häufigsten Fällen der wirksamste und auch der schnellste Weg“, sagten Bürgermeister Roger Henning und Dezernent Jochen Müssig übereinstimmend.

 

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