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17.07.2017

Mitglieder des AkS arbeiten mit Schulen vor Ort

Vertreter des Main-Tauber-Kreises engagieren sich seit Jahren bei den Themen Sucht- und Gewaltprävention. Dazu hat der Aktionskreis Sucht- und Gewaltprävention, Sicherheit und Gesundheitsförderung (AkS) für den Landkreis am Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg „Starthilfe – Junge Menschen im öffentlichen Raum – Prävention von riskantem Alkoholkonsum“ teilgenommen.

Vertreter des Main-Tauber-Kreises engagieren sich bei den Themen Sucht- und Gewaltprävention

Nach intensiver Diskussion entschieden die Mitglieder des AkS, die Problematik aus der Sicht der Jugendlichen selbst zu betrachten, um die Präventionsansätze passgenauer gestalten und einsetzen zu können. „Die eigene Meinung und Selbsteinschätzung der Kinder und Jugendlichen ist uns ausgesprochen wichtig“, sagt Dr. Michael Lippert, stellvertretender Leiter des Jugendamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

So wurde mit Communities that care – CTC („Gemeinschaften, die sich kümmern“) eine Methode gewählt, die in den USA entwickelt wurde, um Kommunen bei der Planung und Steuerung ihrer Präventionsarbeit zu unterstützen. Der CTC-Fragenbogen wurde in Niedersachsen vom dortigen Landespräventionsrat in die deutsche Sprache übersetzt und angepasst. In Kooperation mit dem Institut für Psychologie der Universität Hildesheim wurde der Fragebogen weiter überarbeitet und ergänzt und in Städten und Landkreisen erprobt. „Mit der Anwendung von CTC können Kommunen ihre Präventionsaktivitäten im Bereich der sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zielgenau, wirksam und im Erfolg überprüfbar gestalten“, erläutert Frederick Groeger-Roth, Beauftragter des Landespräventionsrates Niedersachsen.

Die Befragung untersuchte zahlreiche so genannte Risiko- und Schutzfaktoren. Dabei handelt es sich bei Risikofaktoren um Faktoren, die einem Problemverhalten oftmals zugrunde liegen. Die im Rahmen von CTC unterschiedenen Risikofaktoren wurden in Längsschnitt- und epidemiologischen Studien erforscht.

Dabei wurden klare Zusammenhänge zwischen dem Vorhandensein dieser Risikofaktoren und dem Entstehen von Problemverhalten nachgewiesen. Sie können in verschiedenen entwicklungsrelevanten Lebensbereichen auftreten: in der Familie, in der ein Kind aufwächst, in der Schule, die ein Kind besucht, bei anderen Kindern und Jugendlichen, mit denen das Kind Kontakt hat, und in der Nachbarschaft bzw. dem Stadtteil, in dem das Kind lebt.

Verhaltensprobleme werden sich nicht zurückdrängen lassen, wenn nur ein Risikofaktor in einem Bereich in Angriff genommen wird. Die CTC-Methode will die Risikofaktoren in mehreren Lebensbereichen gleichzeitig reduzieren.

Daneben beinhaltet die Schülerbefragung auch Daten über selbst berichtetes jugendliches Problemverhalten in den Bereichen Gewalt und Kriminalität, Alkohol- und Drogenkonsum, Mobbing/Bullying, Ausländerfeindlichkeit, frühe Schwangerschaften sowie Depressionen und Selbstwertprobleme.

Es beteiligten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Insgesamt konnten etwa 1.600 Fragebögen ausgewertet werden. Das Gros der Teilnehmer besucht eine Realschule, ein Gymnasium oder eine Berufsschule. Zur Ableitung altersspezifischer Präventionsangebote wurden die Angaben der Schüler in zwei Altersgruppen gebündelt.

Die Daten des Main-Tauber-Kreises wurden von Gerd Frick und Andreas Kieninger (Präventionsbeauftragte des Regierungspräsidiums Stuttgart), Gerhard Heine (Mitarbeiter der agj-Suchtberatung), Dr. Michael Lippert sowie Sigrid Mündlein (Kommunale Suchtbeauftragte, Landratsamt Main-Tauber-Kreis) für einzelne Kommunen aufbereitet und werden aktuell den Verantwortlichen der Schulen vorgestellt.

Ziel ist es, auf die spezifischen Daten konkrete Präventionsangebote abzustimmen. Eine Zusammenarbeit vor Ort mit Vertretern der Schulleitung und der Schulsozialarbeit sowie Präventionslehrerinnen und -lehrern mit Vertretern des AkS wird angestrebt. Dabei bieten die Mitglieder des AkS sowohl finanzielle als auch inhaltliche Unterstützung für Präventionsthemen an.

„Wir stoßen derzeit einen Prozess in den Schulen an. Dabei wird geprüft, welche Angebote zur Prävention bereits etabliert sind und wo es noch Bedarf gibt. Wichtig ist es auch, dass über Prävention in der gesamten Schule gesprochen wird: Ob im Kollegium, dem Elternbeirat oder der Schülervertretung“, unterstreicht Sigrid Mündlein.

Im Herbst/Winter wird es nach derzeitigem Stand erneute Termine mit den Verantwortlichen der Schulen geben, sodass die konkrete Umsetzung der spezifischen Präventionsangebote besprochen werden kann.




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