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21.04.2017

Kommunaler Landschaftspflegeverband zieht positive Bilanz

Eine positive Pflegebilanz für das Jahr 2016 hat der Kommunale Landschaftspflegeverband Main-Tauber e.V. bei seiner Mitgliederversammlung in Boxberg gezogen. Dem Haushalts- und Arbeitsplan für das Jahr 2017 in Höhe von 463.000 Euro wurde zugestimmt. Vorsitzender und Landrat Reinhard Frank betonte, dass die Arbeit des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes wichtig und vielfältig sei. Er lobte die hohe Kontinuität, mit der sich der Verein seit nunmehr fast 20 Jahren für die Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft einsetzt. Auch Bürgermeister Christian Kremer stellte als Hausherr im Sitzungssaal des Boxberger Rathauses die Wichtigkeit der Verbandsarbeit heraus.

Information über Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Äußeres Ried.

Der Verein hat die Aufgabe, die traditionelle Kulturlandschaft im Main-Tauber-Kreis zu erhalten und somit die natürlichen Lebensgrundlagen vieler Tier- und Pflanzenarten zu sichern. Er konnte im Jahr 2016 insgesamt 256 Hektar pflegen. Dafür wurden rund 433.000 Euro eingesetzt. Einen Schwerpunkt der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes stellt die Offenhaltung der Trockenhänge im Muschelkalk und Buntsandstein dar. Dies trägt wesentlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Landkreis bei.

Daneben sanierte der Verband im Jahr 2016 auch 214 Quadratmeter Trockenmauern. Diese ohne Mörtel errichteten Mauern prägen das Landschaftsbild des Taubertales und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde in Zusammenarbeit mit der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg (LVG) ein Trockenmauerbaukurs im Satzenberg bei Reicholzheim veranstaltet. Auch für das Jahr 2017 ist wieder ein Kurs am 28. und 29. September geplant.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Geschäftsstelle des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes ist die Umsetzung von Natura-2000-Managementplänen. Natura 2000 ist ein europäisches Netzwerk von Schutzgebieten. Im Jahr 2016 lagen etwa 194 Hektar der erfolgten Pflegemaßnahmen in Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH-Gebiete). Die Arbeiten werden überwiegend von Landwirten des Maschinenringes östlicher Tauberkreis erledigt. Aber auch private Flächennutzer oder Vereine helfen mit, das Landschaftsbild des Main-Tauber-Kreises zu erhalten. An den Pflegekosten beteiligen sich die Gemeinden mit 24 Prozent, der Landkreis mit sechs Prozent, und das Land übernimmt die restlichen 70 Prozent.

Großen Wert legt der Landschaftspflegeverband auch auf die Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Vorbereitung, der Organisation und der Kontrolle von Pflegemaßnahmen und dem Weidemanagement wird viel Zeit in Öffentlichkeitsarbeit investiert. Zahlreiche Informationsveranstaltungen, Führungen und Ausstellungen sollen verdeutlichen, dass die Landschaft im Main-Tauber-Kreis viel zu bieten hat und jeder einen Beitrag leisten kann, um ihre Vielfalt, Eigenart und Schönheit auf Dauer zu erhalten. So wird die Akzeptanz für die Pflegemaßnahmen erhöht. Außerdem wird demnächst die Homepage des Landschaftspflegeverbandes online geschaltet, auf der über die Arbeiten des Verbandes informiert wird und verschiedene Informationsbroschüren heruntergeladen werden können.

Bürgermeister Christian Kremer beantragte die Entlastung für den Vorstand und Geschäftsführer Lorenz Flad, die einstimmig durch das Gremium erteilt wurde.

Bei der Versammlung wurde auch der Haushalts- und Arbeitsplan für das Jahr 2017 vorgestellt und von den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden beschlossen. Insgesamt sollen im Jahr 2017 rund 330 Hektar Fläche gepflegt werden. Auf circa 24 Hektar sollen Gehölze entfernt und anschließend mit Schafen, Rindern oder Ziegen beweidet werden. Der Landschaftspflegeverband ist bestrebt, möglichst eine Folgenutzung für die freigestellten Flächen zu finden. Ökologisch ist die extensive Beweidung eine optimale Nutzung. Die Artenzahl von seltenen Orchideen oder anderen Pflanzen sowie viele Schmetterlings- und Heuschreckenarten nahm so in den vergangen Jahren zu. Außerdem entfallen dabei die Pflegekosten für Städte und Gemeinden sowie für den Landkreis. Auch 2017 sollen wieder mehr als 300 Quadratmeter Trockenmauern saniert und aufgesetzt werden.

Durch die Pflegemaßnahmen des Verbandes wird das typische Landschaftsbild des lieblichen Taubertals mit Steinriegeln, Trockenmauern, Magerrasen sowie Streuobstwiesen erhalten und gleichzeitig der Lebensraum einiger teilweise stark gefährdeter Arten verbessert.

Anschließend verabschiedete Landrat Frank Oberlandwirtschaftsrat a.D. Armin Härtig als langjähriges Fachbeiratsmitglied. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und den unermüdlichen Einsatz für den Kommunalen Landschaftspflegeverband über 17 Jahre hinweg. Für seinen weiteren Ruhestand wünschte er Armin Härtig alles Gute. Härtig war bis zu seiner Pensionierung im Umweltschutzamt des Landratsamtes tätig.

Bei der anschließenden Exkursion in das Naturschutzgebiet Äußeres Ried in Wölchingen konnten die Teilnehmer im Feuchtgebiet Spuren des Bibers sowie seltene Tier- und Pflanzenarten bewundern. Michael Hökel, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Boxberg, informierte über das von Menschenhand geschaffene Feuchtgebiet, welches ein wertvoller Lebensraum für viele Vögel, Amphibien, Insekten und Pflanzenarten ist. In der Beobachtungshütte oberhalb des Feuchtgebietes können Besucher unter anderem Eisvögel oder auch Zugvögel wie den Weißstorch beobachten. Im Winter fanden dort Pflegemaßnahmen durch den Landschaftspflegeverband statt. Es wurden Gehölze entfernt, welche die Wasserfläche zu sehr beschatteten. Zusätzlich nimmt die Nabu-Gruppe Boxberg regelmäßig und abschnittsweise Mäharbeiten vor.

Des Weiteren konnten die Teilnehmer auch vierbeinige Landschaftspfleger kennen lernen. Die Brüder Karlheinz und Helmut Wild stellten ihre Dexter-Rinder vor. Diese eignen sich besonders gut für die Landschaftspflege. Die extensive Beweidung mit dieser leichten und robusten Rinderrasse aus Irland hat sich bewährt. Somit konnten viele Flächen, die ehemals durch den Landschaftspflegeverband gepflegt wurden, in eine Beweidung überführt werden. Geschäftsführer Lorenz Flad lobte die gute Zusammenarbeit mit den Brüdern Wild und ihren vierbeinigen Helfern.




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