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13.07.2017

Bahnunternehmen Go-Ahead stellt sich bei Landrat Reinhard Frank vor

Ab Juni 2019 wird das Verkehrsunternehmen Go-Ahead Baden-Württemberg den Betrieb auf der Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn und Lauda bis Würzburg übernehmen. Hinzu kommen weitere Strecken im Land. Jetzt stellten Deutschland-Geschäftsführer Stefan Krispin und der zuständige Koordinationsleiter Technik, Simon Scherer, sich bei Landrat Reinhard Frank, Kreisentwicklungs-Dezernent Jochen Müssig und ÖPNV-Amtsleiter Dr. Heiko Schnell im Landratsamt Main-Tauber-Kreis vor. Dabei zeigten sie, wie sich das Unternehmen auf den Markteinstieg vorbereitet.

Das Bahnunternehmen Go-Ahead stellte sich bei Landrat Frank vor

Landrat Reinhard Frank berichtete, dass die Landkreisverwaltung in den vergangenen Jahren einen großen Teil der Schülerbeförderung vom Bus auf die Bahn verlagert habe. „Dies hat uns bei der Tauberbahn einen Zuwachs der Fahrgastzahlen um rund 40 Prozent gebracht.“ Hinzu kämen spezielle touristische Angebote, die sich ebenfalls positiv auswirkten. „Vor gut zehn Jahren sollte die Tauberbahn stillgelegt werden, doch dank unseres großen Einsatzes ist davon heute keine Rede mehr“, sagte Frank. „Wir schauen hier auf eine echte Erfolgsstory.“ Daran zeige sich, dass ein Bahnangebot auch genutzt wird, wenn es qualitätvoll gestaltet ist. „Deshalb sehe ich auch gute Chancen für die Bahnstrecke Stuttgart – Würzburg, zumal die Fahrtzeit nach Stuttgart mit dem Auto zu bestimmten Tageszeiten vollkommen unkalkulierbar ist.“

Stefan Krispin präsentierte das Unternehmen. Go-Ahead ist in Großbritannien mit 26.000 Mitarbeitern und 120 Millionen gefahrenen Zugkilometern im Jahr eines der größten Verkehrsunternehmen. Nun wolle man expandieren und sehe die größten Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland. In den kommenden Jahren seien hier zu Lande Ausschreibungen über 300 bis 400 Millionen Zugkilometer zu erwarten. Zudem gebe es Signale der Politik, dass ein echter Wettbewerb im Bahnverkehr gewünscht werde. Daher habe sich Go-Ahead für den Markeintritt in Deutschland entschieden.

Dieser Einstieg in den deutschen Markt sei mit einer hohen Verantwortung verbunden, sagte Krispin. Höchste Priorität habe nun die Schaffung der Betriebsstruktur in Stuttgart und Baden-Württemberg. „Als neues Unternehmen möchten wir durch Qualität und Können überzeugen. Unser Ziel ist es, nachhaltig und langfristig ein neues Verkehrsunternehmen in Deutschland aufzubauen.“ Es bereite ihm viel Freude, etwas ganz Neues zu schaffen. Dabei stehe das englische Mutterunternehmen mit seiner großen Erfahrung unterstützend zur Seite. „Gleichwohl bauen wir hier ein deutsches Unternehmen auf und suchen alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in Deutschland.“

In Großbritannien ist der Wettbewerb im Zugverkehr schon länger etabliert als in Deutschland. Daher sei es dort auch längst gang und gäbe, dass das Personal nach einer Ausschreibung von Bus- und Bahnstrecken ggf. zum neu beauftragten Verkehrsunternehmen wechselt. In diesem Sinne hat Go-Ahead im Tarifvertrag mit der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) eine entsprechende Übergangsklausel im Tarifvertrag vereinbart. „Damit bietet sich dem betroffenen Personal der Deutschen Bahn die tolle Chance, weiter auf den gewohnten Bahnstrecken zu arbeiten, die wir ab 2019 bedienen“, sagte Stefan Krispin. „Wir freuen uns hier über jede Bewerbung, denn wir übernehmen gerne gut eingearbeitetes Personal anstatt Mitarbeiter ganz neu ausbilden zu müssen. Ziel sei es auch, sich zu einem bevorzugten Arbeitgeber zu entwickeln.

Insgesamt möchte Go-Ahead für den Betrieb auf 8,1 Millionen Zugkilometern in Baden-Württemberg pro Jahr ab 2019 rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen, darunter unter anderem Zugführer, Zugbegleiter und Personal im Management. Dabei wird der Betrieb in Baden-Württemberg von der Niederlassung in Stuttgart gesteuert werden. Die Strecken wurden durch das Land zunächst für jeweils dreizehneinhalb Jahre vergeben.

Für die Bahnstrecke Stuttgart – Würzburg werden fabrikneue Züge des Herstellers Stadler eingesetzt werden. Die vier- oder sechsteiligen Züge werden jeweils 217 bzw. 329 Sitzplätze mit großzügigen Sitzabständen bieten. Die Fahrzeuge verfügen alle über einen barrierefreien Zugang und barrierefreie Universaltoiletten, Klimaanlage, Mobilfunkverstärker und kostenloses WLAN sowie Klapptische, Steckdosen und Fahrradstellplätze. „Der Komfort wird deutlich steigen“, sagte Stefan Krispin. Die bekannten Fahrpreise gelten auch für Fahrten mit Go-Ahead.

Grundsätzlich ist Go-Ahead auch sehr daran interessiert, künftig außer dem Betrieb von Bahnstrecken auch in das Management von Bahnhöfen einzusteigen. In diesem Zusammenhang schlug Landrat Reinhard Frank die Schaffung einer Mobilitätszentrale am Bahnhof Lauda vor. Diese solle rund um Bahn, Bus und E-Mobilität einen „richtig guten Service“ bieten. Mit seinem Anliegen stieß der Landrat bei Go-Ahead auf offene Ohren: „Dies wäre uns auch ein großes Anliegen“, sagte Koordinationsleiter Simon Scherer. Go-Ahead befinde sich bereits in guten Gesprächen mit der Westfrankenbahn, welche auch nach 2019 die Tauberbahnstrecke bedient. In Lauda kreuzt sich dieser mit der Bahnlinie Stuttgart – Würzburg.

„Die Kunden sollen nicht darüber nachdenken müssen, welches Unternehmen den Zug betreibt, in den sie steigen“, bekräftigte Scherer. Und Geschäftsführer Stefan Krispin ergänzte: „Wir wollen auch kein Gegeneinander mit der Deutschen Bahn, sondern gemeinsam die Attraktivität des Schienenverkehrs steigern.“ Dezernent Jochen Müssig konkretisierte, dass zur Mobilitätszentrale auch wieder ein Angebot an Speisen und Getränken am Bahnhof Lauda geschaffen werden sollte. Dort war bis vor einiger Zeit beim Reisezentrum auch eine Bäckereifiliale vorhanden.




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