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30.09.2016

Solidarität, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe gewürdigt

Mit einem Helferempfang im Großen Kursaal in Bad Mergentheim hat Landrat Reinhard Frank jetzt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gedankt, die sich im Main-Tauber-Kreis in die Bewältigung der Flüchtlingskrise eingebracht haben. Oberbürgermeister Udo Glatthaar als Vertreter der Städte und Gemeinden sowie der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Wolfgang Reinhart schlossen sich dem Dank an. Dieser richtete sich auch an alle Hilfsorganisationen wie Feuerwehren, Notfallseelsorge, THW und Rotes Kreuz, weitere beteiligte Organisationen und die engagierten Mitarbeiter im Landratsamt und weiteren Behörden. Umrahmt wurde der Abend durch das Große Blasorchester des Musikvereins Umpfertal.

Der Landrat ehrte freiwillige Helfer bei der Flüchtlingsbetreuung

In seiner Ansprache ging Landrat Reinhard Frank auf die weltpolitischen Ereignisse seit dem Einsetzen des großen Flüchtlingszustroms im Sommer 2015 ein. Diesen habe es in dieser Dimension noch nie gegeben. Zu den Gründen habe die sich weiter verschärfende Bürgerkriegssituation in Syrien und die zunehmende Hoffnungslosigkeit in den Flüchtlingslagern im Libanon und in Jordanien gezählt. Er erinnerte an die bewegenden Bilder von tödlich verunglückten Flüchtlingen oder von verzweifelten Menschen im Bahnhof von Budapest. Die spontane Aufnahme tausender Menschen im September 2015 durch Deutschland und Österreich sei ein „besonderer humanitärer Akt“ gewesen, der zunächst weltweite Anerkennung für eine enorme solidarische Leistung gebracht habe. „Zu Recht, wie ich meine“, erklärte Frank.

Auf mehr als eine Million Flüchtlinge in Deutschland, 185.000 in Baden-Württemberg und mehr als 1000 im Main-Tauber-Kreis im Jahr 2015 seien weder Regierung, noch Verwaltung und Gesellschaft vorbereitet gewesen. „Es musste zwangsläufig improvisiert und aus dem Stand heraus agiert werden“, sagte der Landrat. Aber nicht nur die Flüchtlingswelle, sondern auch die Welle der Hilfsbereitschaft sei groß gewesen. Wo auch immer eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet wurde, die freiwilligen Helfer seien schon da gewesen.

Das Große Blasorchester des Musikvereins Umpfertal

Jedoch hätten nicht alle Menschen in Deutschland diese Willkommenskultur teilen wollen. Besonders solche schlimmen Ereignisse wie in Paris, Nizza und Köln, aber auch in unmittelbarer Nähe in Würzburg und Ansbach hätten die Stimmung getrübt. Man müsse daher Sorgen und Ängste ernst nehmen und die richtigen Antworten finden. „Wir müssen zeigen, wie gut wir es schaffen. Die Flüchtlingskrise ist eine der ganz großen Herausforderungen der Nachkriegszeit, doch Deutschland ist ein starkes Land.“ Die Bundesregierung habe innerhalb eines Jahres zahlreiche Schritte unternommen, um das Thema in geordnete Bahnen zu lenken und tiefgreifende Verbesserungen zu erreichen. „Die immer wieder geforderte politische Wende in der Flüchtlingspolitik ist auf den Weg gebracht und in großen Teilen bereits vollzogen.“ Gleichwohl blieben Kriege und Problemlagen weltweit bestehen. Der wichtigste Ansatz müsse daher die Bekämpfung der Fluchtursachen in aller Welt sein, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben können und wollen.

Auch im Main-Tauber-Kreis sei in der Flüchtlingskrise Großartiges genannt worden. Frank erinnerte an die Leistungen der Mitarbeiter des Landratsamtes, die beispielsweise die Zahl der Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge innerhalb kurzer Zeit von zwei auf 27 im Kreisgebiet ausgebaut hatten. Alle Flüchtlinge wurden gut aufgenommen, betreut und versorgt. Dazu musste das Landratsamt massiv Personal aufbauen, in der Sozialbetreuung, im Hausmeisterdienst und in der Wohnheimverwaltung. Die Schaffung von Notquartieren in Zelten und Turnhallen konnte letztlich unterbleiben. Alle Städte und Gemeinden hätten sich hier eingebracht und eine großartige solidarische Leistung gezeigt.

Jedoch hätte all dies nicht ausgereicht ohne die große Willkommensbereitschaft in der Bevölkerung. „Überall, wo Flüchtlinge kamen, war sofort Hilfe da.“ Die ehrenamtlichen Helfer hätten sich schon im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie sie die Flüchtlinge betreuen können. Sie seien vorurteilsfrei auf die Menschen zugegangen und hätten durch Sprachunterricht, Vermittlung in Vereine, Begleitung zu Arztbesuchen, Versorgung mit Bekleidung oder Hilfe bei Behördengängen praktische Hilfe geleistet. Gelegentliche „Friktionen“ zwischen Haupt- und Ehrenamt seien ein Ausdruck dessen gewesen, wie sehr allen Beteiligten das Thema am Herzen liegt. Inzwischen sei vieles zwischen den Beteiligten geklärt. Die Arbeit der Ehrenamtlichen sei von unschätzbarem Wert, weil die Verwaltung das Thema alleine nicht bewältigen könne: „Ich bin froh und dankbar, in einem Landkreis mit einer so engagierten Bürgerschaft zu leben, in der Solidarität, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe so hervorragend praktiziert werden.“

Standing Ovations für das Blasorchester aus dem Umpfertal

Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Wolfgang Reinhart erklärte, dass die Welt von denen lebe, die mehr tun als ihre Pflicht. „Das Ehrenamt ist unbezahlt, aber unbezahlbar“. Die freiwilligen Helfer hätten im Rahmen der Flüchtlingskrise einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwesen geleistet. Nach dem Ende des Kalten Kriegs und dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 habe man den Eindruck gewinnen können, es seien eine Zeitenwende und ein ewiger Frieden eingetreten. Inzwischen sei jedoch ein „Feuerring um Europa herum“ entstanden. Umso wichtiger sei es, vor Ort in den Krisenländern zu helfen. In Deutschland und Europa müsse man Flüchtlingen mit Bleiberecht schnell eine Perspektive geben und sie gut integrieren, andere müssten aber konsequenter in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar sprach nicht nur für die Große Kreisstadt Bad Mergentheim, sondern stellvertretend für alle Kommunen im Main-Tauber-Kreis. Die ehrenamtlichen Helfer hätten über alle Theoriedebatten zur Flüchtlingskrise hinaus konkrete Aufgaben übernommen, die für viele auch ein Lebensinhalt geworden seien. Er bat die Anwesenden um Durchhaltevermögen und darum, seinen Dank auch an alle Mitglieder der Helferkreise hinauszutragen, die nicht zu der Veranstaltung im Kursaal gekommen waren.

Schließlich baten Frank, Reinhart und Glatthaar aus jeder Stadt und Gemeinde stellvertretend eine Helferin oder einen Helfer aufs Podium, um sie persönlich zu ehren. Für jeden einzelnen Helfer hatte die Kreisverwaltung zudem ein Weinpräsent mit einer Dankkarte des Landrats und einer Anstecknadel vorbereitet. Das Große Blasorchester des Musikvereins Umpfertal unter der Leitung von Volker Metzger beschloss den festlichen Abend mit einem halbstündigen Konzert. Die gelungene Mischung, zu der auch Medleys von Abba- und Queen-Hits gehörten, riss die Zuhörer am Ende von den Sitzen: Es wurde im Stehen applaudiert. Mit einem Stehempfang und guten Gesprächen klang der Abend aus.

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