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22.04.2016

Neue Gemeinschaftsunterkunft in Creglingen belegt

Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Creglingen in Betrieb genommen. Im ehemaligen Molkereigebäude wurden am Mittwoch, 20. April, zunächst 25 Flüchtlinge untergebracht. Es handelt sich ausschließlich um Familien mit insgesamt 15 Erwachsenen sowie zehn Kindern und Jugendlichen. Die Familien kommen aus den fünf Nationen Irak, Syrien, Iran, Georgien und Russland. Sie waren zuletzt in verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht.

Die Gemeinschaftsunterkunft bietet Schlafräume, Duschen, Toiletten, eine Küche und einen Aufenthaltsraum. Es stehen insgesamt 45 Plätze zur Verfügung. Der Landkreis hat das ehemalige Molkereigebäude für zunächst sieben Jahre angemietet. Die Bevölkerung wurde in einer öffentlichen Informationsveranstaltung umfassend über das Projekt unterrichtet.

Der Standort in der Innenstadt von Creglingen wird den Vorgaben des Flüchtlingsaufnahmegesetzes in idealer Weise gerecht. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass in fußläufiger Entfernung zu den Gemeinschaftsunterkünften die notwendigen Infrastruktureinrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV-Anschluss verfügbar sein müssen. Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft werden durch Fachkräfte des Landratsamtes professionell sozial betreut, auch ein Hausmeisterdienst ist vorhanden. Darüber hinaus hofft die Landkreisverwaltung, dass die Einwohner von Creglingen die neuen Mitbürger positiv aufnehmen und sich weitere ehrenamtliche Helfer ergänzend in die Betreuung einbringen werden. Entsprechende Vorbereitungen wurden bereits getroffen.

Nach einem Verteilungsschlüssel weist das Land Baden-Württemberg dem Main-Tauber-Kreis aktuell monatlich rund 1,3 Prozent der zu verteilenden Flüchtlinge zur vorläufigen Unterbringung zu. Dies entspricht aktuell rund 19 Menschen pro Woche. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum Jahresende 2015 um etwa 75 Prozent zurückgegangen. Zeitweise waren im Main-Tauber-Kreis bis zu 80 Menschen pro Woche unterzubringen.

Insgesamt stehen nun im Landkreis rund 1580 Plätze für die vorläufige Unterbringung zur Verfügung, von denen rund 1420 belegt sind. Sie verteilen sich auf 25 Unterkünfte in 16 Städten und Gemeinden. Im Sinne einer dezentralen und integrationsfreundlichen Verteilung werden alle Städte und Gemeinden im Landkreis einbezogen. In Wertheim besteht eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Baden-Württemberg, in sämtlichen anderen Städten und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises wurden und werden Unterkünfte für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet. Voraussichtlich im Mai wird der Standort Gissigheim in der Gemeinde Königheim dazukommen, so dass dann alle Städte und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis in das Konzept eingebunden sind.

Zuletzt wurde am 11. März die Gemeinschaftsunterkunft in einer modernen Wohncontaineranlage in Wittighausen eröffnet. Hier leben aktuell 32 Personen aus Afghanistan, dem Irak, dem Iran und Syrien. Es handelt sich ebenso um Familien mit Kindern. Die vorläufige Unterbringung durch die Kreise ist die zweite Stufe im Rahmen der Flüchtlingsunterbringung nach der Erstaufnahme durch das Land.

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