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21.02.2017

»Starthilfe Plus« soll Zahl freiwilliger Ausreisen erhöhen

Die Bundesregierung hat mit dem Programm „Starthilfe Plus“ ein neues Programm zur Rückkehrförderung von Asylsuchenden aufgelegt. Mithilfe dieses neuen Rückkehrförderprogrammes soll die Zahl der freiwilligen Ausreisen von Asylsuchenden erhöht werden. Das Programm richtet sich vor allem an Asylbewerber, deren Erfolgsaussichten im Asylverfahren sehr gering sind. Darauf weist das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hin.

„Es hat einen starken humanen Aspekt, mit Unterstützung durch die Verwaltung geordnet und planvoll zu einem selbst gewählten Zeitpunkt ins Heimatland zurückzukehren. Eine solche Rückkehr bietet den Betroffenen häufig wesentlich bessere Perspektiven als eine ungewisse Zukunft in Deutschland“, erklärt Kreis-Sozialdezernentin Elisabeth Krug. Allein im Jahr 2016 sind 92 Menschen, die im Main-Tauber-Kreis untergebracht waren, freiwillig in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die Rückmeldungen seitens der Rückkehrer zeigen immer wieder, so die Sozialdezernentin weiter, dass die Unterstützung vielen Menschen die Wiedereingliederung sehr erleichtert. „Dadurch erhöhen sich die Zuversicht, die Zufriedenheit und die Aussichten auf eine langfristig positive Perspektive.“

Im Rahmen des neuen Bundesprogramms ist ein zweistufiges System vorgesehen. Demnach erhält eine Bonuszahlung von 1.200 Euro pro Erwachsenem oder Jugendlichen (Kinder unter zwölf Jahren 600 Euro), wer noch vor Zustellung des Asylbescheides eine verbindliche, freiwillige Ausreiseentscheidung trifft und keine Rechtsmittel einlegt. Der Bonus sinkt auf 800 Euro (400 Euro für Kinder unter zwölf Jahren), wenn diese Entscheidung nach Erhalt eines negativen Asylbescheides erfolgt.

Für Rückkehrwillige, die vollziehbar zur Ausreise verpflichtet sind oder die eine Duldung besitzen und vor dem 1. Februar 2017 registriert wurden, gibt es in einer Übergangsfrist bis 31. Juli 2017 ebenfalls eine Bonuszahlung mit 800 bzw. 400 Euro.

Ein Familienzuschlag von 500 Euro pro Familie wird gewährt, wenn mehr als vier Familien-mitgliedern gemeinsam ein Antrag auf StarthilfePlus bewilligt wird.

Die Zahl der Herkunftsländer, deren Staatsangehörige eine Bonuszahlung nach dem Programm Starthilfe Plus erhalten können, ist allerdings beschränkt. So sind zum Beispiel Staatsangehörige aus den Westbalkanstaaten (Mazedonien, Montenegro, Republik Serbien, Bosnien und Herzegowina, Republik Albanien, Republik Moldau und Kosovo) von der Förderung ausgeschlossen. Das Programm ist am 1. Februar 2017 in Kraft getreten und wird durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) durchgeführt.

Neben diesem neuen Rückkehrprogramm gibt es das bereits seit längerem bestehende Programm „REAG/GARP“. Dieses sieht im Wesentlichen die Übernahme von Rückreisekosten vor. Für bestimmte Länder ist aber auch nach diesem Programm eine Starthilfe möglich.

Für Hilfen und Unterstützung bei der freiwilligen Rückkehr ins Heimatland ist bei der Landkreisverwaltung Martin Wunsch verantwortlich. Asylbewerber und abgelehnte Asylbewerber, in Einzelfällen auch sonstige bedürftige Ausländer, die den Wunsch nach einer Rückkehr ins Heimatland haben, können hier eine fundierte Beratung zu den Fördermöglichkeiten erhalten. Die Beratungsgespräche sind vertraulich und verpflichten nicht zur Rückkehr.

Die im Jahr 2016 aus dem Main-Tauber-Kreis freiwillig in ihre Heimatländer zurückgekehrten Menschen verteilen sich auf folgende Nationen: Serbien (25), Albanien (20), Irak (19), Afghanistan, Bosnien-Herzegowina (jeweils sieben), Mazedonien (fünf), Iran, Kosovo (jeweils drei), Algerien, China, Russische Föderation (jeweils eine Person).

Berater Martin Wunsch ist unter der Telefonnummer 07931/4827-6396, E-Mail: martin.wunsch@main-tauber-kreis.de erreichbar. Nähere Informationen gibt es unter www.main-tauber-kreis.de/rueckkehrberatung.

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